Einleitung
Das international anerkannte Institut COWI, das auch für Gutachten in Bezug auf Brücke- und Tunnelbau in Europa herangezogen wird, hat im Juli 2015 ihr dänisches Wattenmeer Gutachten veröffentlicht.
In dem folgenden Gutachten werden die Freizeitaktivitäten gemessen und analysiert, welche Aktivität wie lange, in welchem Umfang und Ausmaß eine Störung in der Natur verursacht.
Hierzu hat man an vielen speziellen Hotspots für Vögel, wie abgelegene Rast-, Nahrungs- und Brutgebiete gemessen, auf welche Störungen die Vögel reagieren und in welchem Umfang.
Das komplette Gutachten besteht aus 81 Seiten.
Zu Anfang wird erklärt, dass Kitesurfen und Windsurfen in Dänemark gleich gestellt sind. In Dänemark benutzt man den Sammelbegriff "Brætsejlads"/ Bordsport.
Am übersichtlichsten ist die Grafik, die wir hier noch einmal mit Erklärung der Legende auf deutsch rein gestellt haben. Die Grafik zeigt das Kitesurfen/Windsurfen zusammengefasst als "Brætsejlads" den dritt-letzten Platz belegt.
Im Gutachten selber wird Windsurfen jedoch häufiger erwähnt als Kitesurfen. Dieses hat die Ursache in sporttypischen Aspekten.
70% der kitesurfer versuchen möglichst nah am Ufer zu bleiben und ebenso nah an ihrem Ausgangspunkt, da man mit den kurzen und schmalen Boards wesentlich schneller Höhe verliert und somit eher Schwierigkeiten hat an seine Startposition zurück zu kommen.
Somit konnten (was sich in allen Gutachten ähnelt) festgestellt werden, dass die fernabgelegenen Bereiche von Kitesurfern nicht erreicht werden. Andere Wassersportler, die ein Fahrzeug mit eigenem Auftrieb besitzen und wesentlich leichter ihre Höhe auf der Wasserstrasse behalten können, können somit auch wesentlich eher weitere Strecken zurücklegen.
Jeder Strandtourist weiß, dass sich Kitesurfer immer gemeinsam in ein und demselben Gebiet aufhalten.
Aus diesem Grund fällt Kitesurfen in Bezug aus die Messbarkeit von Störungen meisst in einen nicht nennenswerten und nicht messbaren Bereich. Dennoch wird in einigen Gutachten diese Hypothese herangezogen: Kitesurfer, die es doch einmal in abgelegene Gebiete schaffen könnten, theoretisch auch größere Störungen bilden könnten.
In der Praxis jedoch ist dieses nicht der Fall.
Vorab gilt es sich als kritische Überlegung auch zu fragen, warum Kinder im dänischen Wattenmeer Drachen steigen lassen dürfen, aber im Nierdersächidschen Wattenmeer nicht?